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Checkliste für den Kauf eines gebrauchten Reisemobils PDF
Gekauft wie gesehen und Probe gefahren - © RA Ulrich Dähn, Bad Hersfeld, Seilerweg 10
Ist damit die Gewährleistung wirksam ausgeschlossen oder nicht?
Ein Gewährleistungsausschluss bei dem Verkauf einer Sache von
privat an privat, also auch eines Wohnmobils oder Caravans, ist grundsätzlich möglich, wenn ein Mangel nicht arglistig verschwiegen wurde. Wer einen erheblichen Unfallvorschaden kennt und diesen verschweigt, kann
sich hinterher natürlich nicht auf einen Gewährleistungsausschluss berufen. Betrüger werden nicht geschützt.
Die Vereinbarung „Gekauft wie gesehen (oder besichtigt) und Probe gefahren“ ist in
diesem Sinne kein eindeutiger Ausschluss der Gewährleistung. Man könnte allenfalls noch darüber diskutieren, dass Mängel, die auch ohne Hinzuziehung eines Sachverständigen wahrnehmbar, also insbesondere
sichtbar (Beulen und Kratzer) oder fühlbar (Klappern oder rutschende Kupplung) gewesen sind, nachher nicht zu Gewährleistungsansprüchen führen können. Dies steht sinngemäß aber schon so ähnlich in § 442
BGB, wonach die Gewährleistung für Mängel ausgeschlossen ist, die der Käufer bei Übergabe kannte oder kennen musste. Die fragliche Klausel in dem Vertrag ist also letztlich nicht hilfreich, weil sie etwas
regelt, was schon im Gesetz nahezu wortgleich geregelt ist. Alles, was man bei der Übernahme der gekauften Sache sehen oder spüren, riechen oder fühlen konnte, ist später von der Sachmängelhaftung
ausgeschlossen. Warum also so ähnlich noch einmal in den Vertrag hineinschreiben?
Es kann also eigentlich bei den uns hier vor allem interessierenden Fällen nur um versteckte Mängel gehen, die man nicht
sogleich feststellen kann. Es geht um die Mängel, die man nicht sofort sehen und bei der Probefahrt leicht feststellen kann. Man denke an einen hohen Ölverbrauch, eine defekte Zylinderkopfdichtung,
Unfallvorschäden, alterschwache Batterien, falscher Km-Stand, Durchrostungen usw.. Wenn von diesen Mängeln auch der Verkäufer nichts wusste, weil er z. B. das Fahrzeug auch nur aus zweiter oder dritter Hand
weiterverkauft, oder zumindest ihm nicht die Kenntnis nachgewiesen werden kann, so hätte man mit obiger Klausel im Vertrag als Käufer durchaus noch eine Chance, Wandelung oder Minderung zu verlangen. Der
Verkäufer hätte ein entsprechendes „Problem“, womöglich einen Teil des Kaufpreises wieder herausgeben zu müssen. Die Haftung für solche nicht sichtbaren und nicht bei der Probefahrt feststellbaren
Mängel sind eben gerade nicht ausgeschlossen, sondern nur, die man sehen oder bei der Probefahrt „erfahren“ konnte.
Steht dagegen im Vertrag, „Verkauft unter Ausschluss jeder
Gewährleistung“, so kommt in den hier interessanten Fällen kein Rücktritt oder Minderung in Frage. Ausnahme, wie oben erwähnt, der Verkäufer hat den Mangel arglistig verschwiegen. Dann haftet er ohnehin
wegen Betruges, gleichgültig was im Vertrag steht.
Je nachdem aus welchem Blickwinkel man schaut und auf welcher Seite des Vertrages man steht, kommt es also bei dem Vertragsabschluss und der Übergabe des
Kaufgegenstandes ganz entscheidend auf den Wortlaut an. Der Verkäufer sollte ausdrücklich auf dem „Ausschluss der Gewährleistung“ bestehen, der Käufer kann die Klausel, „gekauft wie gesehen und Probe
gefahren“ unterschreiben.
Eine grundsätzliche Anmerkung zum Gewährleistungsrecht noch am Schluss:
Die meisten Fälle scheitern daran, dass schon wenige Kilometer und geraume Zeit nach
der Übergabe des Fahrzeugs erhebliche Schwierigkeiten entstehen, genau nachzuweisen, ob konkret dieser oder jener Mangel schon bei Übergabe vorhanden war oder nicht. Bei versteckten Unfallschäden, falschen
Kilometerständen und Ähnlichem mag der Nachweis noch gelingen. Anders aber bei Mängeln, die auch auf Verschleiß oder auf eine kurzzeitige Überbeanspruchung des Fahrzeuges zurückgeführt werden können. Wer
diese Risiken auch noch ausschließen will, kauft sich ein Gutachten eines Sachverständigen für ein paar Euro. Wenn der Gutachter etwas Ähnliches übersieht, hat man oft wenigstens einen Regressanspruch gegen
dessen Haftpflichtversicherung. Und bei einem Fahrzeug von vielen 10.000 Euro ist das wahrscheinlich sinnvoll angelegtes Geld.
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