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Ein individuelles Reisemobil von Woelcke Reisemobilbau

Warum ein neues Reisemobil? Unser zwischenzeitlich verkauftes Robel Mobil Megaron 700 R von 2001 war technisch und optisch nach wie vor bestens in Schuss. Aber der Drang mal wieder was Neues zu fahren war da. Zwei wesentliche Dinge sollte das neue Reisemobil auf jedem Fall erfüllen, eine maximale Höhe über alles von maximal 3,32 Meter, damit das Fahrzeug in das vorhandene Carport passt. Außerdem sind Dreipunktgurte an einer Bank in Fahrtrichtung wichtig, damit weitere Personen (Enkel) ordentlich gesichert mitfahren können.

Die Zufriedenheit mit Robel Mobil war zumindest so, dass wir uns gut einen weiteren Megaron vorstellen konnten. Im Herbst 2006 war es dann fast soweit, entsprechende Verhandlungen fanden statt. Leider stellte sich heraus, dass der neue Megaron auf dem neuem Sprinter 5 Tonnen mit den entsprechenden Aufbauten (Sat-Antenne) über alles ca. 3,40 Meter hoch würde. Das waren rund 10 cm zu viel. Mit Bedauern mussten wir daher feststellen, dass ein neues Robel Mobil nicht mehr in Frage kam.

Also das alte Reisemobil noch eine gewisse Zeit weiterfahren? Aber trotz einiger Investition in das Mobil (Reifen, Auspuff, Bremsbeläge usw.) ging die Suche nach einem Hersteller weiter, der alle Kriterien erfüllte. Das zog sich bis Anfang 2007 hin. Verschiedene individuelle Hersteller wurden angesprochen, mal konnten die Vorgaben nicht erfüllt werden, mal stimmte das Preis- Leistungsverhältnis nicht.

Hier einige Gedanken Serienhersteller kontra Individual-Ausbauer.

 

Themenübersicht:

 

Fahrgestell

Aufbau und Serviceklappen

Kabine lackiert

Innenausbau

Nach der Auslieferung

 

Zubehör und Erfahrung in der Praxis

Grundriss 600

Woelcke individuell: Länge 7300 mm, Aufbaulänge 4825 mm, Breite 2240 mm (über alles einschl. Begrenzungsleuchten), Aufbauhöhe 3285 mm, (über alles einschl. Antenne 3320 mm), Heckgarage innen ca. 1200 mm breit.

Qual der Wahl

Geprüft haben wir auch integrierte Reisemobile von großen Serienherstellern, mit dem einen oder anderen Grundriss hätten wir leben können, aber nicht mit den Fahrgestellen von FIAT oder IVECO. Aber da diese Mobile ausnahmslos ohne Airbags angeboten wurden, fielen diese durchs Raster. Ein unglaublicher Anachronismus! (Nachtrag: Seit 2008 werden viele integrierte Reisemobile zumindest mit zwei Airbags ausgerüstet) Auch entsprechende Alkovenmobile verschiedener Hersteller überzeugten nicht. Letztendlich haben wir uns klargemacht, dass hinsichtlich des Crashverhaltens das Originalfahrerhaus des Sprinters mit den möglichen 6 Airbags die derzeit sicherste Möglichkeit ist Reisemobil zu fahren. Außerdem spricht die bessere Wintertauglichkeit (mit entsprechender Abschottung zum Fahrerhaus) für ein Alkovenmobil. Darüber hinaus kam ein ALU-Aufbau nicht in Frage.

In der Fachzeitschrift Reisemobil International wurde ein neues Reisemobil von Woelcke vorgestellt, der Autark auf VW T 5. So wurden wir auf diese Firma aufmerksam. Frank Woelcke war auch entscheidend an der Konstruktion der kompakten TIKRO Reisemobile beteiligt, die jetzt von Seitz (inzwischen Konkurs) vertrieben werden. Auf der Internetseite von Woelcke war zu erkennen, dass die Firma Reisemobilbau Woelcke von kompakten Allradmobilen bis hin zum völlig individuellen Reisemobil in sämtlichen Größenordnungen GfK-Wohnaufbauten mit 10 Jahren Garantie bei zweijähriger kostenloser Durchsicht (!) herstellt, was sich der Kunde nur wünscht. Nach den ersten Telefongesprächen und Abgleich meines Lastenheftes kam es zu einem Planungsgespräch am Firmensitz von Woelcke in Heimsheim (A8 zwischen Stuttgart und Pforzheim). Frank Woelcke war sich sicher, dass er eine maximale Aufbauhöhe bis maximal 3,28 Meter auf einen Sprinter 518 CDI einhalten kann. Dabei sollte die lichte Höhe des Alkoven sogar rund 10 cm höher ausfallen, wie bisher in unserem Robel Mobil. Dank Dachabsenkung hinter dem Alkoven und Verwendung von niedrigen Aufbautteilen sollte nach Möglichkeit der Alkoven die höchste Stelle des Reisemobils werden. Damit konnten wir den Auftrag erteilen. Die Auslieferung sollte im Oktober 2007 erfolgen.

Planung auf den Zentimeter

Jeder Zentimeter des Aufbaus und jeder Zentimeter des Grundrisses konnte von uns bestimmt werden. Klasse, aber auch eine Herausforderung an beide Seiten. Der Grundriss selbst unterscheidet sich überwiegend nur in den individuellen Maßen von einigen anderen Herstellern. Aber das war uns schon wichtig zu bestimmen, wie breit die einzelnen Komponenten werden. Im Möbelbau konnten wir mehrere kleinere Innovationen vereinbaren. Zum Beispiel die auf der Grundrisszeichnung zu erkennende “Schrankwand” hinter dem Heckbett, oder der Kleiderschrank über zwei Etagen, insgesamt 110 cm “Kleiderstange”, unten bis in den doppelten Boden, damit auch längere Kleidungsstücke Platz finden. Die 90 cm Sitzbank rechts lässt sich über die Eingangsstufen verlängern, dann finden hier auch zwei Personen Platz, oder der Eigner streckt seine Beine darauf aus. Auch das Zubehör des neuen Reisemobils enthält die eine oder andere Besonderheit.

Welches Fahrgestell?

Dazwischen lagen mehrere Wochen mit Überlegungen zum Fahrgestell, entweder ein 6 Tonnen IVECO mit dem 4-Zylinder 3,0 Liter Motor mit 176 PS (netto ca. 700 kg mehr Zuladung) oder ein 5 Tonnen Sprinter mit dem 6-Zylinder 3,0 Liter Motor und 184 PS. Der IVECO war mit Vollluftfederung an der Hinterachse und mit dem stärksten Motor nicht weit vom Preis des Sprinters (ohne Vollluftfeder, aber mit Wandlerautomatik, sechs Airbags usw.) entfernt. Beide Hersteller botenähnliche hohe Nachlässe an. Letztendlich ergab eine Probefahrt mit beiden Fahrzeugen die Entscheidung zugunsten des Sprinters mit dem geschmeidigen 6-Zylinder-Motor in Verbindung mit der Wandler-Automatik und dem 4.325 mm langen Fahrgestell. Klar war, dass das 5-Tonnen zulässiges Gesamtgewichts des Sprinters mindestens netto ca. 800 kg Zuladung unter der Berücksictigung der Norm EN 1642-2 zulassen. Nachtrag: Gesamtgewicht lt. Kfz-Brief: 4190 kg, später Freigabe von MB für ein zulässiges Gesamtgewicht von 5,3 Tonnen, also eine gute Tonne Zuladung.

IVECO, keine Alternative

Der IVECO hatte doch deutlich mehr Nutzfahrzeugcharakter, das handgeschaltete Getriebe lies sich nur mit Nachduck schalten. Das automatisierte Getriebe AGILO entsprach nicht unseren Vorstellungen. Auch war das Armaturenbrett und Verarbeitun bei weitem nicht so ansehnlich wie beim Sprinter. Besser gefallen hat auch die Betreuung des Verkäufers bei Mercedes LUEG Nutzfahrzeuge Bochum, hier war deutlich mehr Kompetenz und das eindeutige Bemühen vorhanden, uns als Kunden zu halten Übrigens, eine Probefahrt bei IVECO Dortmund konnte im Gegensatz zu Merceds nur nach mehrfachen Nachfragen vereinbart werden. Dann war es soweit, ein 6-Tonnen Fahrgestell (Kipper) mit dem 3,0 Liter Motor stand zur Probefahrt bereit. Freundlich begleitet mich der Verkäufer zum Fahrzeug. Das Fahrzeug sprang erst mit einer Ladehilfe durch die Werkstatt an, im Display wurden verschiedene Fehlerhinweise angezeigt. Außerdem war fast kein Diesel im Tank, ich musste erst zur Tankstelle fahren. Dann doch rund 100 Kilometer Probefahrt, hier wurde der raue und rustikale Charakter des IVECO deutlich. Als dann danach eine technische Frage per E-Mail nicht beantwortet wurde und die Gespräche bei Mercedes immer positiver verliefen, war das Thema IVECO erledigt.

Farbe

Die Qual der Wahl zur Farbe beim Sprinter begann, Weiß kam nicht mehr in Frage, die normalen Serienfarben gefielen nicht. Metallic fiel aus verschiedenen Gründen durchs Raster. Nach längeren hin und her haben wir uns für eine „Tarnfarbe“ entschieden, RAL 6000, Patinagrün. Der akzeptable Aufpreis für die Sonderlackierung war kein Hindernis. Auf jedem Fall hebt sich die Farbe von der großen Fraktion der weißen Reisemobile deutlich ab und ist vielleicht in der Landschaft beim freien Stehen nicht ganz so auffällig. Jetzt erfreuen wir uns immer der Kommentare, wenn das Reisemobil mal “begutachtet” wird.

Bernd Loewe

Front 350 klein
Rohbau 135
Lackiert 4 135
IMG_0004 135

 

Für eine Vergrößerung diese drei Bilder bitte anklicken!

Die Zulassung des “BIG GRASSHOPPERS” erfolgte am 9. November 2007

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