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Goldschmitt Technik-Center Walldürn am 12. Mai 2010 - Fahrwerksoptimierung Sprinter 518
„Lichtblick in der Service-Wüste“ … so die Werbung
Ein Bericht von Bernd Loewe
Nach dem Desaster mit KLS stand die Frage an, was tun mit dem “Wankel-Sprinter”? Das Sprinter-Fahrwerk ist recht komfortabel ausgelegt, was wahrscheinlich eine gewisse Instabilität des Fahrwerks bei hoher Belastung auslöst. Transporterfahrgestelle sind grundsätzlich für so genannte Wechsellasten ausgelegt, mal leer, mal mittlere, mal volle Auslastung. Insofern kann man meines Erachtens das nicht dem Hersteller anlasten, wenn Reisemobile davon abweichend genutzt werden. Gerade so ein schweres und hohes Reisemobil wie unser „Big Grasshopper“ erfordert quasi ständige Auslastung des Fahrwerkes an der Grenze des zulässigen Gesamtgewichtes von 5 bzw. 5,3 Tonnen. Die Auflastungsmöglichkeit um 300 kg wurde von Mercedes ohne weitere technische Änderung anerkannt.
Nach zwei telefonischen Beratungsgesprächen mit dem Geschäftsführer, Herrn Carsten Stäbler des Goldschmitt Technik-Centers in Walldürn, wurde eine Optimierung der Hinterachse des Mercedes Sprinter 518 vereinbart. Der Einbau einer zusätzlichen Luftfeder wurde zunächst verworfen, favorisiert
wurde ein verstärkter Stabilisator von Goldschmitt und die Montage von einstellbaren KONI-Stoßdämpfern mit Zug- und Druckstufe an der Hinterachse. Der Stabilisator in Kombination mit den
KONI-Stoßdämpfern soll die Seitenneigung reduzieren, außerdem soll die Seitenwindanfälligkeit reduziert werden.
Die schriftliche Bestätigung und Kostenvoranschlag war mit dem Goldschmitt-Katalog versehen, die angebotenen Fahrwerksteile waren durch
Klebelesezeichen auf den entsprechenden Seiten gekennzeichnet, ein guter Service, der die Orientierung erleichtert.
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So gerade noch pünktlich zum Termin um 10 Uhr am 12. Mai erreichten wir das moderne Technik-Center in Walldürn. Das Navigationsgerät wollte uns
durch einen gesperrten Weg führen, daher wurde die Zeit knapp. Interessenten sollten sich anhand der Anreiseskizze auf der Homepage von Goldschmitt orientieren.
Viele Reisemobile, insbesondere der schwereren Klasse, standen zur Montage von Fahrwerksverbesserungen und hydraulischen Hubstützen bereit. Auch
neue IVECO-Windläufe warteten auf „Aufrüstung“.
Schnell stand unser „Big Grasshopper“ auf der Montagegrube, der serienmäßige Stabilisator wurde demontiert. Dabei wurde festgestellt, der
Stabilisator war nicht korrekt befestigt, die Schrauben waren vertauscht und zum Teil lose. Noch ein „Geschenk“ von KLS?
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Die bereitliegenden roten KONI-Stoßdämpfer mussten zunächst ausgetauscht werden, da der schnelle Griff in das Regal des Lagers einen falschen Typ
für einen Sprinter 616 hervorgebracht hatte. Die richtigen Stoßdämpfer mit Zug- und Druckstufe (normale Stoßdämpfer haben nur eine Druckstufe) waren nach der Mittagspause vorhanden. Diese Stoßdämpfer
sind für die speziellen Anforderungen von schweren Reisemobilen in der Zugstufe verstellbar. Vor dem Einbau wurden die KONI auf ca. 90% „Härte“ eingestellt, da unser Mobil sehr schwer ist und durch
seinen relativ hohen Schwerpunkt besonders zu Wankbewegungen neigt.
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Der dicke gelbe Stabilisator der Firma Goldschmitt wurde montiert, eine der neuen Buchsen sträubte sich anfangs, aber zwei Monteure bekamen das
gemeinsam in den Griff.
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Farbenspiele am Sprinterfahrwerk ... grün, gelb, rot ...
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Keine “Servicewüste”
Nach der Montage wurden die Fahrwerksteile noch mit Unterbodenwachs besprüht, um Korrosion so lange wie möglich zu vermeiden. Der Ingenieur des TÜV
Süd hatte keine Beanstandungen zu der Montage des Stabilisators, die ursprünglich eingebauten Xerromer-Federn von KLS wurden ausgetragen. Natürlich wurde der Kostenvoranschlag von Goldschmitt zu 100%
eingehalten.
Der Aufenthalt im großzügigen Foyer des Technik-Centers machte die Wartezeit angenehm, sogar ein Internetanschluss stand zur Verfügung. Kostenloser
Kaffee und Plätzchen „versüßten“ den Aufenthalt. Auf Wunsch stehen FIAT 500 für 15 Euro zur Verfügung, um die Umgebung zu erkunden. Gesamteindruck, ein professionelles und gut durch organisiertes
Unternehmen. Sicherlich keine “Servicewüste”. Goldschmitt expandiert weiter, auf einem benachbarten Grundstück ersteht eine weitere große Montagehalle.
Erster Eindruck
Schnell die Rechnung bezahlt, das TÜV-Gutachten in Empfang genommen und der Weiterfahrt stand nichts mehr im Wege. Gespannt wurden die nächsten
Kilometer wahr genommen. Auf rund 60 Kilometern Landstraßen wurden die Kurven ausnahmsweise sehr flott genommen, bald wurde klar, das “neue” Fahrwerk des Sprinters 518 war deutlich stabiler.
Nur noch sehr geringes einknicken nach schnellen engen Kurven, die Ausfederbewegung ist deutlich gemindert, quasi nicht mehr vorhanden.
Auch Querrinnen bei sehr langsamer Fahrt, wie z. B. an Tankstellen, werden deutlich moderater genommen. Das bisher bekannte kräftige Aufschaukeln
(da klapperte das Melamin-Geschirr heftig in den Schränken) hält sich in Grenzen. Der Fahrkomfort ist gut, die Einstellung der KONI-Stoßdämpfer scheint gelungen. Die nächste Zeit wird zeigen, ob das
Material den Belastungen stand hält, denn Materialermüdungen können nach und nach die Wirkung verringern. Auch im Stand sind die Bewegungen des Aufbaus etwas geringer, allerdings war hier die Erwartung
etwas höher.
Fazit bisher: Die richtige Entscheidung, eben Goldschmitt „Fahrwerkstechnik
vom Feinsten“. Ob noch das „Sahnehäubchen“ mit Zusatzluftfedern erforderlich werden, werden die nächsten Reisen mit voller Auslastung zeigen.
Bernd Loewe im Mai 2010
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